• Peter Buser

«Es ist catastrófico»: Kommentar von Dr. Buser zum Artikel in der NZZ vom 20.05.2020

Bis vor kurzem war die Berichterstattung der NZZ über Prostitution in den Händen von steifen Halbleichen, die gerade dem Seminar des Zisterzienserordens entsprungen schienen. Nun haben Frauen übernommen, und es tönt warm, einladend und verständnisvoll.


Zu verständnisvoll, wie mir scheint. Jede organisierte Prostitution ist, da notwendigerweise ausbeuterisch, zu bekämpfen. Wo sich Frauen in eigener Regie prostituieren, ist das zwar nicht toll, muss aber ungehindert stattfinden können.

Anders als sich dies die Redaktorin Linda Koponen denkt, kann die Corona-Krise durchaus zum Anlass genommen werden, die organsierte Prostitution einmal mehr zu schwächen. Frauen aus armen Ländern müssen lernen, dass sie bei sich zu Hause durchaus Alternativen haben. Wer gesund und lebenstüchtig ist, kann auch in Kolumbien oder in Rumänien überleben. Ich kenne die Länder und weiss, dass sich dort mehr als 95% der jungen Frauen nicht prostituieren. Sie leben zum Teil schlecht und sehr schlecht. Aber sie haben ihre Würde.


Warum Prostitution grundsätzlich höchst unerfreulich ist, habe ich vor Kurzem auf Telebuser in einem Dialog mit der Berliner Prostituierten Salomé Balthus zu erklären versucht. Das Wichtige findet sich auch in meiner Autobiographie «Ich war eine Bank und Schlimmeres» auf Seite 221.


Natürlich erwarte ich nicht, dass die NZZ meine Überlegungen aufgreift. Sie (auch die junge, wenig begabte Redaktorin) weiss und verkündet ja wie immer alles viel besser als andere.




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